Menü
ASYC - die Apollonia Sailing Yacht Crew!

Dieselpest - ein politisch verursachtes Desaster (Kerkyra, Mai 2016)

Bereits am Ende der Saison 2015 erkannte ich in meinem Kraftstoffsystem typische Symptome von Dieselpest, hervorgerufen durch die von der EU verordnete und daher auch in Griechenland erzwungene Beimengung von mindestens 7% Biodiesel zum Kraftstoff, der dann speziell im Mittelmeerklima rascher altert, emulgieren kann, und zudem bestimmten Bakterienstämmen ideales Millieu und bestes Verbreitungsumfeld bietet. Dieser Kraftstoff sollte innerhalb von 6 Monaten verbraucht werde, was bei KFZ an Land kaum Probleme darstellt, aber bei Yachten mit größeren Tankvolumina, oder während des Winterlagers oft kaum möglich ist. Diese, meiner Meinung nach sinnlose und gefährliche Verordnung, bringt nicht nur die Schifffahrt in arge Bedrängnis, sondern auch Krankenhäuser, denen im Ernstfall die Notstrom- Dieselaggregate versagen. In vielen Fällen ist der Diesel mehrere Jahre alt, und läuft problemlos, weil noch ohne Bioanteil, bis einmal nachgetankt werden muss, und das Unheil seinen Lauf nimmt. Hierbei werden nicht nur unnötig Menschenleben in Gefahr gebracht, es werden auch wertvolle Anbau- und Weideflächen zur Treibstoffgewinnung zweckentfremdet, zumal Diesel bekanntlich beim Raffinieren von Treibstoffen ziemlich am unteren Ende steht und somit ohnehin im Übermaß übrig bleibt, was ja bekannterweise zum in den 80ern politisch forcierten Dieselboom führte.

Glücklicherweise verfügt mein doppelwandiger 200l- Niro- Dieseltank über eine Inspektionsluke, durch die ich in der Lage bin, diesen zu reinigen. Zuerst pumpte ich etwa 100 Liter kontaminierten Diesel heraus, obwohl der Tank ein Ablassventil besitzt, aber auch hier eine Pumpe nötig gewesen wäre. So konnte ich den Treibstoff wenigstens noch einem Freund zu Heizzwecken für den Winter überlassen.

Nach Entleerung des Tanks konnte ich dann durch die Inspektionsluke die Rückstände der Bakterien, die sich als Schlamm abgelagert, und auch die Treibstoffzufuhr partiell verlegt hatten, beseitigen. Die Reinigung des Saugrohres war nicht so einfach, da dieses fest mit dem Tank verschweißt ist. Mit einem etwa 3mm dicken, festen Kupferlitzendraht und Spiritus bekam ich auch diese Rückstände frei. Mit Spiritus wurden dann auch die Tankinnenwände, Ecken und Geberteile gereinigt, desinfiziert und trocknen gelassen.

Danach habe ich den Tank mit frischem Diesel und präventiv einem Anteil Grotamar, das angeblich als Schockdosage auch bei starker Kontaminierung helfen soll, befüllt. Allerdings besteht dabei das Risiko, dass dadurch abgetötete Keime dann auch in das Kraftstoffsystem gelangen, und sich dann dort ablagern, und die Einspritzdüsen verlegen, was bei mir am Saisonende 2015 der Fall war.

Mit den Ende der Saison 2015 gewechselten Einspritzdüsen und dem nunmehr gründlich gereinigten Kraftstofftank und Dieselleitungen, wollte ich kein weiteres Risiko mehr eingehen, und habe mich für den Einbau eines Fuel-Guard Dieselvorfilters anstelle des normalen Vorfilters entschieden, der nicht nur Wasser, sondern alle Kontaminationen und andere Verunreinigungen abscheidet, und der mit einem Pinsel gereinigt werden kann, ohne Filtereinsätze wechseln zu müssen. Durch den Plexiglasbehälter habe ich aber jetzt auch ständig optische Kontrolle über den Zustand des Kraftstoffs!

Der Wasserabscheider lässt sich an der Unterseite zum Ablassen öffnen, und zum Reinigen wird der Plexiglaszylinder einfach abgeschraubt. Da hierbei natürlich Luft ins System gelangt, bzw. die Dieselsäule im Saugrohr abreisst, ist der Einbau einer zusätzlichen Handpumpe ratsam, damit man das System auch bei halb leerem Tank, wenn der Dieselstand unter dem Niveau des Filters liegt, komfortabel warten kann. Mit der Handpumpe mit integriertem Rückschlagventil kann man den Filter jederzeit reinigen und sofort wieder über die Wartungsschraube bei gleichzeitiger Betätigung der Handpumpe entlüften.