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ASYC - die Apollonia Sailing Yacht Crew!

Insektenschutz leicht gemacht

Während es für die meisten Seitenluken Fliegengittereinsätze gibt, sind bei älteren Yachten Nachrüstsätze für Decksluken und Niedergang konstruktionsbedingt oft gar nicht erhältlich.

Um in der Saison gegen Stechmücken und anderes Getier, das oft auch mit dem Wind reist, geschützt zu sein, habe ich die Apollonia II mit leicht selbst zu konstruierenden, passiven Schutz ausgestattet, ohne in der Hitze des mediterranen Sommers auf entsprechende Ventilation verzichten zu müssen.

Da unsere Decksluken zwar Standard sind, werftseitig jedoch jeweils in einem eigens dafür vorgesehenen, gerundeten Kunststoffkragen eingelassen sind, wollte ich einen Insekten- schutz, der in ebendiese Ausnehmungen hineinpasst, leicht zu verriegeln ist, und an dem man sich nicht den Kopf stößt.

Lösungsvariante A:  Aufbaurollgitter aus dem Camping-zubehör an der Decke anbringen. Verworfen, da ich keinen Überhang möchte, - Verletzungsgefahr!

Lösungsvariante B:  Abmessen, passendes Produkt finden, Verriegelung erfinden. Übernommen, GEBO Fliegengitter gekauft, Halteclips montiert

Lösungsvariante C:  Abmessen, selber bauen, Verriegelung erfinden. Hätte ich gemacht, wäre kein Standartprodukt (Variante B) verfügbar gewesen.

Achterluke

Mit Plan B musste ich für die Achterluke lediglich ein Dichtungsband um den Fliegengittereinsatz kleben und dessen Rundungen abdichten. Mit dem Dichtungsband alleine würde das zwar schon halten, soll aber nachts, bei Wind oder Seegang nicht herausfallen, also habe ich selbstklebende Kabelhalterungen aus Kunststoff dort angebracht, wo die Halteclips des gekauften Fliegengitters gut einrasten können. (Solche Clips sind im Elektronik-Kleinteilezubehör um ein paar Cent erhältlich)

Die Halteklauen des Fliegengitterrs rasten vorne und achtern in die selbstklebenden Kabelclips.
Das umlaufende Dichtungsband sorgt für zusätzlichen Halt und gegen Zerkratzen.
Die Rundungen habe ich mit Schaumstoffstreifen (Iso-Matte) beklebt, damit auch hier nichts hereinfleucht.
So war auch noch gut Platz für ein Rollo, das für Sonnenschutz und trotzdem Belüftung sorgt.

Mittschiffsluke

Desgleichen fand ich ein passendes Fertigprodukt, das sich auch in die Mittschiffsluke einfügen lässt und das achtern in Kabelclips eingehängt und vorne in ähnliche Kunststoffclips eingerastet wird:

Mittschiffsluke: Die Kabelclips achtern dienen als Halterung.
Erst hinten einrasten, dann vorne nach oben drücken.
Die vorderen Clips dienen zum Einrasten des Rahmens.
So hält der Rahmen gut und kann nicht herunterfallen.

Vorschiffsluke

Bei der Vorschiffsluke, die mit Stellbügel und daher mit Profilrahmen ausgestattet ist, konnte ich den Trick mit den Kabelclips nicht anwenden, weil die Abstände von der Innenseite der Lukenverkleidung zum Alurahmen des Fliegengitters etwas grösser sind. Da habe ich die Halteklauen des Fliegengitters abgeschnitten, an diesen Stellen Löcher gebohrt und Schrauben so weit eingedreht, dass deren Köpfe in das Profil des Lukenrahmens einrasten können.
Da der Fliegengitterrahmen auch etwas biegsam ist, können die mit Schrumpfschläuchen gegen Schamfilen überzogenen Schrauben erst in der achtern Nut eingehängt und vorn mit sanften Druck nach oben und achtern in derselben Nut vorne eingerastet werden, was gut und schick hält.
Die gleiche Variante wäre auch mittschiffs möglich gewesen, ist mir aber erst vorlicher eingefallen!

Jeweils zwei Schrauben an Stelle der abgetrennten Klauen.
Die Schrauben rasten in die Nut des Lukenrahmens ein.
Der Sonnenschutz bei der Bugluke ist mit Klettband zu montieren. Ein Rollo schied hier wegen der Verletzungsgefahr im Kopfbereich aus und der geringen Rahmenhöhe aus.

Niedergang / Steckschott:

Das Fliegengitter-Steckschott ist eine Bastelarbeit für den Winter in der heimatlichen Werkstätte.
Als Vorlage dient das Originalsteckschott, in dessen Form ich einen Holzrahmen mit Mittelstütze zur Festigung und Greifbarkeit verleimt und verschraubt, anschliessend die Stirnseite mit Klettband umklebt und mit handelsüblichem, leicht wechselbarem Fliegengitter (Meterware) bespannt habe.

Verleimt, verschraubt, lasiert, rundum mit Klettband versehen.
Am Mittelsteg kann das Gitter in die Halterung gesetzt werden.

Dieses leichte, mückendichte Steckschott ist mit einem Handgriff ein- und ausgehängt und sorgt in Kombination mit den insektengeschützten drei Decks- und sechs Seitenluken für genügend ruhigen, ungestörten Schlaf bei trotzdem ausreichender Ventilation im gesamten Schiffsinneren.

Ein nicht unbeträchtlicher Vorteil besteht auch in dem Umstand, dass nicht nur Insekten, sondern auch Katzen, Mäuse o.ä. nicht ins Schiffsinnere gelangen und man sich nach Rückkehr vom Landgang nicht um ungebetene Gäste sorgen muss. Wer schon einmal eine fremde Katze bei einer Schiffsbesichtigung ertappte, die dann panisch den Ausgang suchte, weiß was ich meine. Auch Partikel wie Blütenstaub, Pollen, Asche und Staub, die in Küstennähe fliegen, werden aufgefangen.

Des Weiteren besteht durch die Insektengitter auch ein gewisser Sichtschutz, und die Yacht steht nicht ganz so einladend offen da, wenn man abends seinen Hafenspaziergang antritt.

Für zusätzliche Belüftung und Ventilation am Ankerplatz sorgt ein entsprechendes Windfangsegel, welches mit einem Gummizug um den Flansch der Achterluke gespannt wird und das mit dem Kopf an der Baumnock vertäut werden kann.

Mit dieser perfekten Kombination bleiben Insekten, Blüten und sonstige Partikel draussen, nur  frische Luft kann herein!