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ASYC - die Apollonia Sailing Yacht Crew!

Ruderkoker Leck (2008 behoben)

Die wohl schlimmste, traumatisierendste Erfahrung in meinem gesamten Seglerleben! Mein Schiff nimmt Wasser und die leckende Stelle ist unauffindbar!

Schon bei der Überstellung im März 2005 von Veruda nach Vodice, hatten wir Wasser in der Motorbilge, ohne feststellen zu können, wo es wohl herkam. Erst dachte ich an die Stopfbuchse, da es anscheinend von da kam. Im Laufe der Zeit wurde klar, dass Wasser von achtern kommt und über die Wellendurchführung in die Motorbilge läuft!

Da das Phänomen nur gelegentlich auftrat und schwer zu lokalisieren war, wurde ich erst aus Erfahrung klug und im Nachhinein betrachtet, ist auch alles logisch.

Der Ruderkoker, das ist bildlich gesprochen die Buchse, das Lager, bzw. das Rohr, durch das der Ruderschaft durch den Rumpf geleitet wird, war zwar mit Dichtmasse im Rumpfdurchlass eingesetzt, verfügte jedoch über keinen Flansch an der Rumpfaußenseite, somit konnte (oder musste sogar) Wasser eindringen!

Bei lateraler Belastung, z.B. unter Segel bei starkem Wind und Seegang, wirkten auf diese Buchse Kräfte, die Wasser zwischen ebendieser und Rumpf eintreten ließ, welches sich seinen Weg durch das Laminat bahnte und an anderer Stelle durch das Topcoat (Versiegelung im Innenbereich) austrat!

Offensichtlich wurde dieser Umstand erst, als ich vor der Einfahrt nach Venedig über ein Fischernetz fuhr, welches zwischen Propeller und Ruderblatt unklar kam. Die dabei in Kiellinie lateral wirkende Belastung, die unter normalen Umständen harmlos ist, verursachte unter diesen Umständen einen markanten Wassereinbruch, durch den die Schwachstelle nun endlich eindeutig zu identifizieren war!

Bei den Reparaturarbeiten durch die Werft RIVA wurde Laminat innen und am Wellenbock geschliffen, saniert, verstärkt, ein neuer Ruderkoker mit Flansch im Unterwasserbereich und entsprechender Verschraubung innen angefertigt, damit bei starkem Ruderdruck hier nie wieder Wasser eintreten kann!

Die während der aufwändigen Reparatur, bei der auch der Durchbruch für den Koker selbst verstärkt wurde, entstandenen Bilddokumente sind erschreckend. Ich habe mich oft gefragt, was wohl auf Langfahrt z.B. über den Atlantik hätte passieren können, zumal dieses Leck zwischen Rumpf und Koker unmöglich mit Bordmitteln auf See dicht zu bekommen gewesen wäre.

Zum zweiten Mal Bruch und mit viel Glück nicht abgesoffen!

Ruderkoker neu: mit Flansch und Gewinde zum Verschrauben!
Der originale Ruderkoker, ohne Flansch, und daher undicht!
Hier war der originale Ruderkoker mit Dichtmasse eingekittet!
Neuer Ruderkoker mit Flansch außen und Gewinde innen.
Ruderkoker verstärkt einlaminiert, verschraubt, abgedichtet.
Der freigelegte Bereich, durch den das Wasser eintrat.