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ASYC - die Apollonia Sailing Yacht Crew!

Seeventilbruch (2006)

Im Frühjahr 2006 segelten wir zum ersten Mal nach Griechenland. Am Weg zurück nach Kroatien gab es auch etliche Motorstunden, da wir von Otranto nach Dubrovnik gar keinen Wind hatten. Damals hatte ich auch noch berufliche Verpflichtungen, also vertäuten wir nach diesem langen Törn das Boot für ein paar Wochen Landleben wieder in unserer damaligen Marina Vodice.
Als ich im August wieder auf meine Apollonia II kam, entlüftete ich wie immer gleich die Stopfbuchse und öffnete die Seeventile, wobei es beim Kühlwasserseeventil knackte und Wasser spritzte! 
Erst dachte ich, der Schlauchanschluss leckt, und schloss das Ventil gleich wieder.

Bei näherer Betrachtung stellte ich fest: das Wasser kommt aus einem Riss im Kugelventil selbst!

Um Wassereintritt oder Bruch zu vermeiden, ließ ich mich bei geschlossenem Ventil sofort zum Kran schleppen. Die Yacht in den Gurten, zog ich den Schlauch vom Ventil ab, wobei dieses entzwei brach. Den oberen Teil mit dem Kugelventil in der Hand, konnte ich nun durch Rumpfdurchbruch und Filterkorb schauen. Das Seeventil wurde nur mehr durch einen winzigen Grat zusammengehalten, beim Schließen reichte dieser Halt, zusammen mit der Stabilität des Schlauchs zwischen Ventil und Seewasserfilter, gerade noch, um die Kugel gegen die Dichtung zu drücken, und massiven Wassereintritt zu verhindern. Es wäre jedoch nur eine kurze Frage der Zeit bis zum endgültigen Bruch und Absaufen gewesen!

Ein minderwertiges Einzelteil, dessen Mangel von außen unsichtbar ist, kann Schiff und Mannschaft gefährden. Wie froh wir waren, diesen Fehler im Hafen, vor dem Auslaufen bemerkt zu haben, kann sich jeder denken. Zwei bis drei Wochen später wäre das Schiff möglicherweise im Hafen auf Grund gegangen.

Da ich alle anderen Seeventile (Niro!) erst im Jahr 2017 gegen Kunststoffseeventile  ersetzte, frage ich mich, wie ein minderwertiges Kugelventil, ausgerechnet für Kühlwasser, auf meine Segelyacht gekommen ist.
Das konnte und werde ich nie herausfinden, was auch unerheblich ist, da immer der Eigner/Skipper für Ausrüstung, Zustand, Wartung und Pflege seiner Yacht selbst voll verantwortlich ist. Daher mein Rat: wenn die Qualität oder Zusammensetzung nicht klar erkennbar ist: raus damit!



Als ich mein Schiff, im Jahre 2004 als praktisch neuwertig übernahm, dachte ich noch nicht an einen Wechsel der Seeventile, da die übrigen von guter Qualität waren, wie deren lange Haltbarkeit bis zur Erneuerung im Frühjahr 2017 zeigte.

Ich frage mich allerdings bis heute: warum hätte der Voreigner ein erst vier, fünf Jahre altes Seeventil gegen ein schlechteres tauschen sollen, und wenn nicht so: warum und von wem sonst wurde ausgerechnet für den Kühlkreis ein derart minderwertiges Seeventil verbaut?

Die >17 Jahre alten Seeventile (Bronze und Niro) vor deren präventiven Erneuerung im Jahre 2017!

Ein Sachverständiger teilte mir damals mit, dass dieses Seeventil aus Rotguss war und auf einem Schiff nichts zu suchen hatte.  Die übrigen Seeventile hielten 18 Jahre!