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ASYC - die Apollonia Sailing Yacht Crew!

Teak Deck - alles neu! (Kalamata, 2014/2015)

Als ich im Jahr 2004 meine Sunbeam 40 (BJ 1999) fast neuwertig erwarb, ging ich davon aus, dass das Teakdeck massiv ist, zumal die Maserung an den Leibungen, und die mit hunderten Teakpfropfen bedeckten Verschraubungen auf ein solches schliessen liessen.

Jahre später, nachdem das Teakdeck natürlich durch Abnützung und Alterung schon etwas unansehnlich geworden ist, wollte ich eine entsprechende Überholung beauftragen, bei der die Schrauben gekürzt, deren Senkungen vertieft und mit neuen Pfropfen versehen, ein Abschleifen des Decks um etwa ½-1 mm ermöglichen sollte. (Wie bei Teak-Decks üblich!)

Dabei musste ich feststellen, dass grosse Flächen gar nicht aus Teakholz bestehen, sondern aus Schichtleimsperrholz, mit einer dünnen Oberfläche aus Teak, quasi wie ein Furnier, und wie bei einer Intarsienarbeit so gelegt, dass der Eindruck eines massiven Stabteakdecks entsteht.

Die Fugen zwischen den Elementen scheinen gefräst und mit Dichtmasse verfüllt zu sein, was wiederum den Anschein eines massiven Stabteakdecks verstärkt. Sogar der “Fisch”, für den normalerweise das schönste Stück Teakholz ausgewählt wird, war aus billigem Schichtleim-Sperrholz!

Natürlich lösten sich die Verfugungen aus dem Deck, da dieses ja auch abgenützt war, die Fugenmasse aber gar nicht bis zum Deckskorpus reicht, da es sich eben nicht um ein Teak Deck im eigentlichen Sinn handelt, und die Fugen nur eingefräst waren. Einige Elemente waren sogar noch gestückelt, was man bei Fisch und Badeplattform, wo das Teakfurnier nur mehr rudimentär vorhanden war, sehen kann. Es wurde also sogar noch beim Sperrholz gespart und Verschnitt verarbeitet.

Bei laut Hersteller im gleichen Segment angebotenen Yachten wie Najad, Hallberg Rassy, oder Aphrodite, kann man das Teakdeck nach 15 Jahren um 2mm abschleifen, die eventuell beschädigten Verfugungen neu auffüllen, und das hält dann weitere 15 Jahre, je nach Pflege. Dass sich bei meiner Yacht dieser Umstand erst so spät zeigte, ist wahrscheinlich meiner permanenten sanften Pflege geschuldet, die mir beim Kauf auch ausdrücklich nahegelegt wurde, was mir, mit dem Abstand der Zeit, nun auch in einem anderen Licht erscheint.

Nun blieb mir nichts anderes übrig, als zuzusehen, wie mir das “Teakdeck” um die Ohren fliegt, oder mit entsprechendem Aufwand ein neues, ECHTES Teakdeck verlegen zu lassen, wobei ein nicht unerheblicher Kostenanteil auf das Entfernen des alten Decks, und abdichten der sinnlosen Bohrlöcher entfällt. (Sinnlos, weil ohnehin verklebt, was das Abtragen zusätzlich erschwert, und neue Stabteakdecks ohnehin nur mehr verklebt und nicht geschraubt werden)

Nach Erwägen von Kunststoffdecks diverser Hersteller wie FlexiTeek, TekDek etc., gelangte ich zur Überzeugung, dass nur ein Echtholz- Deck in Frage kommt, da die Mehrkosten beim Material im Verhältnis zum Arbeitsaufwand (viele kleine Flächen) vernachlässigbar sind.

Glücklicherweise fand ich eine Werft in Sparta, die nicht nur hochprofessionell, sondern auch absolut zuverlässig und schnell, formschöne und wohlproportionierte, massive Stabteakdecks verlegt. Im Zuge der Fertigstellungsarbeiten musste auch die Steuersäule abgebaut werden, um den Plichtboden erneuern zu können, was auch erheblichen Aufwand verursachte.

Das neue Achterdeck
Das neue Vorschiff
Der neue Bugbereich
Der neue Plichtboden
Isn't she lovely...

Nach diesem kompletten Refit ist unsere SY Apollonia II nun wieder eine Schönheit, und auf jeden Fall besser als werftneu! Es gibt Investitionen, die man besser nicht zu lange aufschiebt, da sie ja ohnehin unumgänglich sind. Dafür hat man dann aber auch wieder länger Freude und ärgert sich nicht über ungewollte Intimpiercings, wenn man sich beispielsweise in Badehose auf dem splitternden Steuermannssitz setzt.

 

Woodtec Boats baut und restauriert Holzschiffe, legt neue Teak-Decks und übernimmt auch kleinere Aufträge wie Grätings, Badeplatformen, u.v.m.: Facebook
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